Stellen Sie sich vor, Sie halten ein Glas Wein in der Hand – und der Rebstock, von dem diese Traube stammt, wächst auf demselben Boden, auf dem Menschen vor über 8.000 Jahren erstmals Wein kelterten. Willkommen im Kaukasus.
Georgien und Armenien sind keine gewöhnlichen Reiseziele. Sie sind die Wiege der Weinkultur, das Kreuzungsfeld großer Zivilisationen und Heimat einer Gastfreundschaft, die Sie noch lange nach der Heimkehr wärmen wird. Zwischen der romantischen Altstadt Tbilisis und den roten Felsschluchten Armeniens, zwischen UNESCO-Klöstern und uralten Weinkellern, zwischen dem biblischen Ararat und dem azurblauen Sevan-See erwartet Sie eine Reise, die alle Sinne anspricht.
Zehn Tage. Zwei Länder. Jahrtausende Geschichte – und immer ein Glas im Anschlag.
Diese Reise richtet sich an alle, die Wein nicht nur trinken, sondern verstehen wollen – und die bereit sind, sich von einer Region verzaubern zu lassen, die Europa noch immer viel zu wenig kennt.
Ihr Genussprogramm
Tag 1 – Willkommen in Tbilisi: Ankunft in der Wärme des Kaukasus
Ihre Reise beginnt mit der Landung am Internationalen Flughafen Tbilisi. Ihre deutschsprachige Reiseleitung empfängt Sie herzlich und begleitet Sie direkt ins Herz der Stadt – Ihr Hotel liegt mitten in der pulsierenden Altstadt. Lassen Sie die besondere Atmosphäre der georgischen Hauptstadt auf sich wirken. Übernachtung in Tbilisi.
Tag 2 – Tbilisi: Altstadt, Burgen und Amphoren-Weine (F/A | ca. 50 km)
Tbilisi entfaltet sich wie ein lebendiges Geschichtsbuch. Die historische Altstadt schmiegt sich zu Füßen der mächtigen Narikala-Festung aus dem 4. Jahrhundert und verzaubert mit verwinkelten Gassen, farbenprächtigen Plätzen und den unverwechselbaren Holzbalkons mit kunstvollen Schnitzereien, die sich an beiden Ufern des Flusses Mtkwari entlangziehen.
Mit der Seilbahn geht es hinauf zur Narikala-Burg – ein Panoramablick, der sich tief ins Gedächtnis einbrennt. Zu Fuß wandern Sie entlang des Botanischen Gartens zu einem versteckten Wasserfall, bevor Sie das legendäre Schwefelbäderviertel erreichen. Genau hier, an diesen uralten heißen Quellen, liegt die Seele Tbilisis – und der Ursprung seines Namens: „die warme Stadt".
Der Abend gehört dem Wein: In einer authentischen Weinbar der Altstadt verkosten Sie Amphorenweine kleiner privater Weingüter, gefolgt von einem Abendessen in einem Restaurant, das georgische Küche nach jahrhundertealten Originalrezepten zubereitet. Übernachtung in Tbilisi.
Tag 3 – Auf dem Weg nach Kachetien: Das Herz des georgischen Weinbaus (F/M | ca. 160 km)
Heute tauchen Sie ein in die faszinierendste Weinregion Georgiens – Kachetien, wo rund 70 % aller georgischen Weine entstehen. Die Fahrt über den Gombori-Pass führt Sie vorbei an Ortschaften, deren Namen Sie von Weinetiketten kennen: Tsinandali, Mukuzani, Kindzmarauli – jetzt sehen Sie, wo diese legendären Tropfen ihren Ursprung haben.
Die Kvevri-Weine Kachetiens sind einzigartig auf der Welt: In riesigen Tonkrügen vergoren, entwickeln sie einen archaischen, unverwechselbaren Charakter – bernsteinfarben, reich an Tanninen, mit Aromen von Gewürzen und getrockneten Früchten. In Telavi besuchen Sie eine Familie, die diese traditionellen Qvevri-Tongefäße in aufwändiger Handarbeit fertigt – und natürlich probieren Sie den hausgemachten Grappa, den „Tschatcha".
Weiter geht es zum Twins Wine Estate in Napareuli mit Weinmuseum, Weinprobe und hausgemachtem Mittagessen. Anschließend erkunden Sie die Ruinen der alten Residenzstadt Gremi, die von persischen Heeren zerstört wurde. Den Abschluss bildet ein Besuch der beeindruckenden Tunnelkellerei Khareba in Kwareli – inklusive weiterer Weinprobe. Übernachtung in Kvareli.
Tag 4 – Sighnaghi, Mukhrani und Mtskheta: Wein, Adel und UNESCO-Erbe (F/M | ca. 280 km)
Sighnaghi – die „Stadt der Liebe" – thront malerisch über dem Alasani-Tal und betört mit seinen Fachwerkhäusern und der vollständig erhaltenen Stadtmauer. Ein Spaziergang hier ist wie ein Schritt in die Vergangenheit.
Danach wechseln Sie in die Region Kartli, wo leichtere, elegantere Weine auf Sie warten. Im historischen Fürstenhaus Mukhrani verkosten Sie beim Mittagessen die Premiumweine des gleichnamigen Weinguts. Der krönende Abschluss: Mtskheta, die alte Hauptstadt Georgiens und UNESCO-Welterbestätte. Das Dschwari-Kloster und die Swetizchoweli-Kathedrale zeugen von einer Spiritualität, die Jahrtausende überdauert hat. Rückkehr nach Tbilisi mit freiem Abend.
Tag 5 – Von Georgien nach Armenien: Grenzübertritt und Klosterwelten (F/M | ca. 330 km)
Ein großer Tag: An der georgisch-armenischen Grenze bei Sadakhlo wechseln Reiseleitung und Fahrer – Ihre Armenien-Reise beginnt. Durch wild-romantische Schluchten, in die sich der Gebirgsfluss Debed tief eingegraben hat, erreichen Sie das UNESCO-Kloster Haghpat aus dem 10.–13. Jahrhundert. Hier steht einer der bedeutendsten Kreuzsteine Armeniens mit einer einzigartigen Christus-Darstellung.
Unterwegs passieren Sie Dörfer der Molokaner, einer faszinierenden russischen Minderheit, die sich im 16. Jahrhundert von der orthodoxen Kirche trennte. In Dilijan, dem „Schweizer Kurort Armeniens", spazieren Sie durch das charmante Altstadtviertel mit Holzbalkons und kleinen Kunsthandwerkerläden. Dann öffnet sich das Tal – und plötzlich liegt er vor Ihnen: der Sevan, azurblau und grenzenlos. Mit 2.000 Metern über dem Meeresspiegel ist er einer der höchstgelegenen Gebirgsseen der Welt. Das Sevanavank-Kloster auf seiner Halbinsel (9. Jh.) war einst Verbannungsort des armenischen Adels. Übernachtung in Jerewan.
Tag 6 – Jerewan: 2.800 Jahre Stadtgeschichte und armenische Weinkunst (F/M | ca. 65 km)
Jerewan ist eine der ältesten Städte der Welt und feiert in diesem Jahr ihr 2.800-jähriges Bestehen. Die Stadtrundfahrt beginnt im Matenadaran – dem Zentralarchiv für uralte Handschriften, die zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählen. Das Kaskad-Treppendenkmal mit seinen Ausstellungen moderner Kunst bietet vom höchsten Punkt einen atemberaubenden Panoramablick auf Jerewan und den biblischen Berg Ararat.
Mittags entführt Sie das Boutique-Weingut Maran in die Geschichte des armenischen Weins. Die unterirdischen Keller stammen aus der Sowjetära und bildeten einst das größte Weingut Armeniens. Heute werden hier preisgekrönte Weine produziert, darunter Weißweine, die mit führenden Chardonnays aus Kalifornien konkurrieren. Die Degustation umfasst sechs verschiedene Weine – vom trockenen Rotwein bis zum delikaten Granatapfelwein von Parajanov – serviert mit Lavash und Käse.
Am Abend empfehlen wir einen Streifzug durch Jerewans lebhafte Weinbar-Szene: InVino, Tapastan, Enoteca oder Wine Republic – Armenien hat auch in der Gastronomie Großes zu bieten. Übernachtung in Jerewan.
Tag 7 – Khor Virap, Areni-Höhle und Noravank: Auf den Spuren des ältesten Weins der Welt (F/M | ca. 250 km)
Dieser Tag führt Sie zu den mythischen Ursprüngen des Weinbaus. Am wichtigsten Wallfahrtsort Armeniens, dem Kloster Chor Virap, wurde der Heilige Gregor der Erleuchter 13 Jahre lang in einem unterirdischen Verlies gefangen gehalten – direkt vor der majestätischen Silhouette des über 5.000 Meter hohen Ararat, jenes biblischen Berges, auf dem die Arche Noah gestrandet sein soll. Kein Wunder, dass dies das meistfotografierte Motiv ganz Armeniens ist.
Weiter führt die Reise durch eine sich dramatisch verändernde Landschaft: Rötliche Vulkanablagerungen tauchen am Horizont auf, als Sie die Vayots-Dzor-Region und das Dorf Areni erreichen. Hier wurde in einer Höhle eine der ältesten Weinpressen der Welt ausgegraben – sie ist über 6.100 Jahre alt. Die Höhle gibt faszinierende Einblicke in uralte sakrale Weinrituale, die an ägyptische Kultpraktiken erinnern.
Nach dem Mittagessen wartet das Kloster Noravank (13. Jh.) am Ende einer spektakulären roten Felsenschlucht. Den krönenden Abschluss bildet ein Besuch des Trinity-Weinguts – Armeniens einzigem Bio-Weingut, bekannt für seine aromatischen Roséweine der seltenen Areni-Traube. Drei Weine inklusive. Rückkehr nach Jerewan.
Tag 8 – Geghard, Garni und der Brandy der Könige (F/M | ca. 80 km)
Der Tag beginnt am Charents-Bogen – einem Aussichtspunkt mit unvergleichlichem Blick auf die Ararat-Ebene. Dann das Geghard-Kloster, dessen Name direkt auf die Heilige Lanze verweist, mit der ein römischer Legionär Christus am Kreuz durchbohrte. Jahrhundertelang soll die Lanze hier aufbewahrt worden sein.
Im benachbarten Dorf Garni erwartet Sie ein einzigartiges Erlebnis: Lavash-Backen im traditionellen armenischen Tonir-Ofen. Frisch gebackenes Fladenbrot mit Käse und Kräutern – ein Geschmack, der sich nicht in Worte fassen lässt. Mittagessen bei einer armenischen Familie im Hof. Danach der einzige heidnische Tempel Armeniens in Garni, der nach der Christianisierung als Sommerresidenz der armenischen Könige diente. Der Blick in die Schlucht mit ihren sechseckigen Basaltsäulen – im Volksmund „Symphonie der Steine" – ist schlicht beeindruckend.
Den Abend krönt die legendäre Ararat Brandy-Brennerei: zwei Destillate zur Degustation und das Wissen, dass Winston Churchill ein glühender Verehrer des armenischen Brandys „Dvin" war. Übernachtung in Jerewan.
Tag 9 – Aragats, Saghmosavank und das Weingut in den Wolken (F/M | ca. 160 km)
Der erloschene Vulkan Aragats (4.090 m) begleitet Sie auf Ihrer letzten großen Ausfahrt durch die Aragatsotn-Region. Zunächst das Psalmenkloster Saghmosavank (13. Jh.) hoch über der tiefen Kassakh-Schlucht – die Höhlen in den Schluchtwänden dienten einst als geheime Unterrichtsräume während der Fremdherrschaft.
Das Weingut ArmAs ist ein echtes Phänomen: auf jungfräulichem, nie landwirtschaftlich genutztem Boden in wilder Berglandschaft gegründet, mit führenden italienischen Önologen entwickelt es armenische Weinbautraditionen auf höchstem Niveau weiter. Drei Weine – Kangun Weißwein, Karmrahyut Rosé und Karmrahyut Rotwein – genießen Sie mit dem Blick auf das gesamte Ararat-Tal. Die Karmrahyut-Traube ist eine der schwierigsten Sorten der Welt; hier ist sie auf einzigartige Weise bezähmt worden.
Zum Abschluss besteigen Sie die mittelalterliche Wolkenfestung Amberd auf 2.300 Metern Höhe – Bergluft, Geschichte und ein letztes Mal dieser atemberaubende Blick auf Armenien. Übernachtung in Jerewan.
Tag 10 – Abflug: Auf Wiedersehen, Kaukasus (ca. 15 km)
Früh morgens oder noch in der Nacht Transfer zum Flughafen Jerewan – im Gepäck unvergessliche Erinnerungen an zwei der ältesten Weinkulturen der Welt, an uralte Klöster, vulkanische Landschaften und die herzliche Gastfreundschaft Georgiens und Armeniens.
Leistungen
- Alle Transfers laut Programm in komfortablem Kleinbus
- Deutschsprachige Reiseleitung
- Eintrittskarten und Museumsführer
- Alle Wein- und Brandydegustationen
- Unterkunft:in Mittelklassehotels (3 & 4 Sterne)
- Halbpension (Frühstück, Mittagessen oder Abendessen)
Nicht inbebegriffen:
- Anreise
- Reiseversicherung
- Zusätzliche Mahlzeiten
- Trinkgelder
- Alkoholische Getränke
Reisezeit: April bis November
Diese Reise ist ab 2 Personen an Ihrem Wunschdatum durchführbar. Der Preise ist auf Anfrage und hängt von der Teilnehmerzahl ab. Gerne erstellen wir Ihnen ein Angebot.
Kontakt: www.genussreisen.ch/kontakt